Suche

Irreale Bedingungssätze

Datei "irreale Bedingungssätze" downloaden PDF Icon

Was man über irreale Bedingungssätze wissen sollte.

Man unterscheidet zwischen realen Bedingungssätzen (Indikativ):

 

Präsens

- Wenn mein Freund meine Hilfe braucht, helfe ich ihm.


- Ich helfe meinem Freund sofort, wenn er meine Hilfe braucht.

 

Vergangenheit nicht möglich!

 

 

und irrealen Bedingungssätzen (Konditionalsätze) (Konjunktiv II):

 

Präsens

- Wenn ich seine Hilfe bräuchte, würde er mir auch sofort helfen.

- Er würde mir auch sofort helfen, wenn ich seine Hilfe brauchen würde.

 

Vergangenheit

- Wenn ich seine Hilfe gebraucht hätte, hätte er mir auch sofort geholfen.

- Er hätte mir auch sofort geholfen, wenn ich seine Hilfe gebraucht hätte.

 

 

Der Nebensatz wird mit wenn oder falls eingeleitet und formuliert die Bedingung.


Der Hauptsatz formuliert die Folge. Beispiel:

 

Indikativ: Hans hat kein Geld, aber viele Schulden.

Folge (Indikativ): Beate heiratet ihn nicht.

 

(Indikativ) Bedingung: Beate sagt zu Hans: "Wenn du viel Geld hast, heirate ich dich."

irrealer Bedingungssatz: Wenn Hans viel Geld hätte, würde Beate ihn heiraten.

 

 

Der irreale Bedingungssatz ist nur ein Gedankenspiel. Deshalb stehen HS und NS im Konjunktiv II und zeigen vom Indikativ das Gegenteil an. Die Folge ( Sie heiratet ihn. ) wird wahrscheinlich nicht eintreten, da Hans in der realen Welt kein Geld besitzt und dazu noch viele Schulden hat. Kein Geld, keine Beate, ist seine bittere Realität.

Bildung Gegenwart

Bei der Bildung von irrealen Bedingungssätzen ist darauf zu achten, dass:

 

- zuerst das Subjekt benannt wird (Rolf, Tom)

- und im zweiten Teil des Satzes das Subjekt mit Personalpronomen wiederholt wird,

- ein irrealer Bedingungssatz immer das Gegenteil vom Indikativ wiedergibt.

 

Positiv wird negativ    /    Er hat ( ) Zeit. = Wenn er keine Zeit hätte, ...

Negativ wird positiv     /     Er hat kein Geld. = Wenn er viel Geld hätte, ...

Bei Adjektiven kann auch das gegenteilige Adjektiv benutzt werden, meist mit Komparativ.
(Er ist zu langsam.    =    Wäre er schneller, ...)

 

 

Hauptsatz + Nebensatz

 

Indikativ Rolf hat keine Zeit. Er kommt nicht mit.
irreale Bedingung Rolf würde mitkommen, wenn er Zeit hätte.
Indikativ Tom läuft zu langsam. Deshalb kann er nicht gewinnen.
irreale Bedingung Tom könnte gewinnen, wenn er schneller laufen würde.

 

 

Nebensatz + Hauptsatz

 

Indikativ Rolf hat keine Zeit. Deshalb kommt er nicht mit.
irreale Bedingung Wenn Rolf Zeit hätte, würde er mitgekommen.
Indikativ Tom kann nicht gewinnen, weil er zu langsam läuft.
irreale Bedingung Wenn Tom schneller laufen würde, könnte er gewinnen.

 

 

ohne " wenn "

 

Indikativ Weil Rolf keine Zeit hat, kommt er nicht mit.
irreale Bedingung Hätte Rolf Zeit, würde er mitgekommen.
Indikativ Tom läuft zu langsam. Er kann nicht gewinnen.
irreale Bedingung Würde Tom schneller laufen, könnte er gewinnen.

 

Bildung Vergangenheit

Hauptsatz + Nebensatz

 

Indikativ Rolf hatte keine Zeit. Er ist nicht mitgekommen.
irreale Bedingung Rolf wäre mitgekommen, wenn er Zeit gehabt hätte.
Indikativ Tom ist zu langsam gelaufen. Deshalb konnte er nicht gewinnen.
irreale Bedingung Tom hätte gewinnen können, wenn er schneller gelaufen wäre.

 

 

Nebensatz + Hauptsatz

 

Indikativ Rolf hatte keine Zeit. Er ist nicht mitgekommen.
irreale Bedingung Wenn Rolf Zeit gehabt hätte, wäre er mitgekommen.
Indikativ Tom konnte nicht gewinnen, weil er zu langsam lief.
irreale Bedingung Wenn Tom schneller gelaufen wäre, hätte er gewinnen können.

 

 

ohne " wenn "

 

Indikativ Rolf hat keine Zeit gehabt. Er ist nicht mitgekommen.
irreale Bedingung Hätte Rolf Zeit gehabt, wäre er mitgekommen.
Indikativ Tom ist zu langsam gelaufen. Deshalb hat er nicht gewinnen können.
irreale Bedingung Wäre Tom schneller gelaufen, hätte er gewinnen können.

Übungen zum Konjunktiv II

Zusatzmaterialien zur Festigung der grammatischen StrukturenPDF Icon