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Was man über Angaben wissen sollte.

Im Gegensatz zu den Ergänzungen, die zum größten Teil obligatorisch sind, sind Angaben fakultativ und für einen Satz nicht notwendige Satzglieder. Angaben geben einem Satz weitere freiwillige Informationen. Diese Informationen können sich beispielsweise auf temporale (wann?), örtliche (wo) und kausale (warum?) Umstände eines Geschehens beziehen. Wie gesehen, lassen sich diese Umstände mit bestimmten W-Fragen erfragen.

Folgende Angaben werden unterschieden:

Temporale Angaben

Kausale Angaben

Modale Angaben

Lokale Angaben

    Angaben werden oft auf Position 1 gestellt, das Subjekt verschiebt sich dann auf Position 3. Durch die Umstellung wird eine Aussage für einen Zuhörenden interessanter gestaltet. Als Faustformel gilt: Die wichtigste Information im Satz sollte auf Position 1 stehen. Als die wichtigste Information im Satz gilt entweder ein satzverbindendes Adverb oder die Antwort auf eine zuvor gestellte W-Frage:

     

    Position 1 Pos. 2 Pos. 3 Mittelfeld Satzende
    Angabe / Subjekt Verb Subjekt Angabe(n) / Ergänzung Verb 2
    Wer will eine Party geben?
    Michael will eine Party geben.
    Wann will er die Party geben?
    Heute Abend will er die Party geben.
    Warum will er heute Abend eine Party geben?
    Wegen seiner bestandenen Prüfung will er heute Abend eine Party geben.
    Wo will er heute Abend wegen seiner bestandenen Prüfung eine Party geben?
    Im Studentenwohnheim „Bärenhöhle“ will er heute Abend wegen seiner bestandenen Prüfung eine Party geben.

     

    Angaben werden in den meisten Fällen entweder mit einem Adverb oder mit einer Präpositionalgruppe beantwortet.

    Mehrere Angaben in einem Satz

    Wie gesehen, kann eine Angabe auf Position 1 gestellt werden. Sollen in einem Satz mehrere Angaben getätigt werden, kann (wenn gewünscht) eine der Angaben auf Position 1 stehen, alle weiteren Angaben stehen im Mittelfeld. Bei mehreren Angaben im Mittelfeld, sollte dabei eine bestimmte Reihenfolge beachtet werden. Die Angaben werden nach der alphabetischen Reihenfolge der W-Fragen festgelegt:

     

    Mittelfeld   /    Angaben
    wann? warum? / welche Bedingung? wie? wo? / wohin?
    temporal kausal / konzessiv / konditional modal lokal

     

    Temporale Angaben können entweder mit einem temporalen Adverb oder mit einer temporalen Präposition beantwortet werden. Siehe auch temporale Fragewörter sowie temporale Nebensätze.

    Kausale Angaben werden mit einer Präposition (wegen; aus; aufgrund; vor) eingeleitet. Vergleiche auch kausale Fragewörter, die nach dem Grund fragen, sowie kausale Sätze.

    Konzessive Angaben werden mit einer Präposition (trotz; ungeachtet) eingeleitet. Vergleiche auch konzessive Sätze.

    Konditionale Angaben werden mit einer Präposition (bei; mit; ohne) eingeleitet. Vergleiche auch Konditionalsätze.

    Modale Angaben können entweder mit einem Adjektiv / Adverb oder mit einer Präposition (mit; durch) beantwortet werden. Vergleiche auch modale Fragewörter sowie Modalsätze.

    Lokale Angaben können entweder mit einem Adverb oder mit einer Präposition beantwortet werden. Vergleiche auch lokale Fragewörter.

    Lokale Angaben dürfen nicht mit Verben mit bestimmten Ergänzungen (Situativ-, Akkusativ- und Direktiv- sowie Direktiv-Ergänzung) verwechselt werden, die ebenfalls auf die Fragen „wo“, „wohin“ und „woher“ eine Antwort geben.

     

    Angaben sind fakultativ, Ergänzungen dagegen obligatorisch!

    Vergleiche dazu:

    Verben mit Situativ-Ergänzung

    Verben mit Akkusativ- und Direktiv-Ergänzung

    Verben mit Direktiv-Ergänzung

     

    Pos. 1 Pos. 2 Mittelfeld    /    Angaben Ende
    Subjekt Verb temporal kausal / konzessiv / konditional modal lokal Verb 2
    Claudia geht heute trotz des schlechten Wetters lange im Park spazieren.
    Ralf will jetzt aus Langeweile mit Karin ins Kino gehen.
    Willi darf nun wegen seiner Zahnschmerzen vorzeitig nach Hause gehen.
    Ruth möchte sofort ohne ihren Mann allein in Urlaub fahren.
    Siglinde hat eben wegen ihres kranken Kindes bitterlich im Bett geweint.

    Mehrere Angaben + Ergänzungen im Mittelfeld 

    Wie bereits bekannt, steht auf Position 1 oft die wichtigste Information eines Satzes. Dies ist oft das Subjekt, kann aber auch eine andere Ergänzung (Dativ-, Akkusativ-, Situativ-, …), ein satzverbindendes Adverb oder eine Angabe sein.
    Position 2 wird durch das Prädikat belegt. Das Satzende wird meist mit einem weiteren Prädikatsteil abgeschlossen. Somit sind wichtige Positionen im Satz belegt. Unser Satzgerüst sieht nun folgendermaßen aus:

     

    Position 1 Position 2 Satzende
    Subjekt Verb 1 Verb 2
    Alle Kinder haben geschlafen.

     

    Alle weiteren Satzinformationen, sowohl Angaben als auch weitere Verbergänzungen (Dativ- + Akkusativ-Ergänzung, …), müssen daher im Mittelfeld stehen, also zwischen den beiden Prädikatsteilen und dem dazugehörenden Subjekt, sofern dieses auf Position 3 rutscht. Unsere beiden Satzgerüste sehen nun folgendermaßen aus:

     

    Position 1 Position 2 Mittelfeld Satzende
    Subjekt Verb Ergänzungen + Angaben Verb 2
    Alle Kinder haben gestern in der Holzhütte auf den Luftmatratzen geschlafen.

     

    Pos. 1 Pos. 2 Position 3 Mittelfeld Satzende
    Angabe Verb Subjekt Ergänzungen + Angaben Verb 2
    Gestern haben alle Kinder in der Holzhütte auf den Luftmatratzen geschlafen.

     

    Stehen im Mittelfeld sowohl Ergänzungen als auch Angaben, unterliegen diese selbstverständlich einer bestimmten Ordnung:

     

    Mittelfeld
    bestimmte Ergänzungen Angaben unbestimmte Ergänzungen Negation andere Ergänzungen


    Bestimmte Ergänzungen, dazu gehören:

    alle Personalpronomen im Nominativ (falls nicht Position 1), Akkusativ und Dativ

    • Pronomen stehen im Allgemeinen direkt hinter dem konjugierten Verb auf Position 3.
    • Werden mehrere Personalpronomen gebraucht, gilt: zuerst Nominativ, dann Akkusativ am Ende Dativ.
    • Zur Stellung der Dativ- und Akkusativ-Ergänzung im Allgemeinen siehe unter: Verben mit Dativ- und Akkusativ-Ergänzung.
    • Personalpronomen werden in der Regel immer vor dem Nomen gestellt.

    Reflexivpronomen

    Eigennamen und Nomen mit bestimmten Artikel

    Nomen mit Possessivartikel

    Angaben wie weiter oben erklärt.

    Unbestimmte Ergänzungen, dazu gehören:

    Nomen mit Nullartikel (ohne Eigennamen = best. Ergänzung)

    Nomen mit unbestimmten Artikel „ein-„

    Nomen mit Negativartikel „kein-„

    Indefinitpronomen „ein- / kein-“ als Stellvertreter für ein Nomen

    Die Negation „nicht“.

    Andere Ergänzungen, dazu gehören:

    Verben mit Situativ-Ergänzung

    Verben mit Direktiv-Ergänzung

    Verben mit Präpositional-Ergänzung

    Prädikative Verwendung des Adjektivs

     

    Satzanfang Mittelfeld Satzende
    bestimmte Ergänzungen Angaben unbestimmte Ergänzungen Negation andere Ergänzungen
    Elke hat Johannes eben einen Kuss gegeben.
    Das Kind soll sich jetzt waschen.
    Ralf möchte heute Abend nicht ins Kino gehen.
    Petra will am Samstag eine Party geben.